Zur Marktgemeinde Tamsweg gehören die Ortschaften Haiden, Keusching, Lasaberg, Mörtelsdorf, Sauerfeld, Seetal, Tamsweg, Wölting und hat eine Gesamtfläche von 117,36 km. Tamsweg selbst liegt in einem breiten Talkessel, in dem die Mur, die Lungauer Taurach und der Leißnitzbach zusammenfließen.
Wie wär's mit einer Sonnenaufgangswanderung - gekrönt mit einem wundervollen Almfrühstück? Im Juni, wenn der Schnee auf den Bergen geschmolzen ist, ziehen überall die Bauern und Sennleute mit den Tieren auf die Alm. Zahlreiche Almen rund um Tamsweg bieten Einkehrmöglichkeit und verwöhnen ihre Gäste mit Köstlichem wie frischer Milch, Käse, Butter, Topfen, Joghurt, Brot, Speck, Lungauer Rahmkoch, Bauernkrapfen oder einem selbst gebrannten Schnapserl.
Der gesamte Lungau ist ein Geheimtipp für Radfahrer egal ob Rennradfreak, Genußfahrer oder Mountainbiker.
Durch blühende, duftende Wiesen und Wälder, entlang frischer Gebirgsbäche radelt man urigen Rasthütten, beeindruckenden Gipfeln und unvergleichlichen Kulturschätzen wie dem Hexenschloss Moosham, der mächtigen Burg Mauterndorf oder vielen alten "Troadkästen" (Getreidespeicher) entgegen.
Über 500 km ausgeschilderte Mountainbikewege führen quer durch die Ferienregion Lungau. Die 15 ausgewählten und komplett ausgeschilderten Mountainbike-Touren starten in allen größeren Orten des Lungaues und bieten für alle Klassen von Mountainbikern anspruchsvolle bis gemütliche Touren.
Der 340 km lange Radweg (Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittelschwer) ist für Tourenradfahrer bestens geeignet.
Die Strecke verläuft auf asphaltierten, gut befestigten Radwegen und auf schwach frequentierten Nebenstraßen. Wenn man sich Zeit für die Besichtigung der diversen Sehenswürdigkeiten auf der Strecke nimmt, benötigt man etwa eine Woche für diese Strecke.
Die Lungauer Mountainbike-Karte sowie eine Radkarte für den Lungau, Kärnten und die Steiermark mit 12 traumhaften Radtouren und allen Mountainbikewege sind beim Tourismusverband Tamsweg erhältlich.
Kinder, Kinder...
Im Lungau hat man richtig Spaß. Freie, unverplante Zeit ist ein kostbares Gut - besonders für Eltern, die neben den vielfältigen Pflichten modernen Lebens von ihren Kindern in Anspruch genommen werden.
Einfach mal die Seele baumeln lassen, gute Gespräche, ein Spaziergang zu zweit, das wär's doch! Wir kennen Ihre Wünsche. Gleichzeitig wissen wir um die völlig anderen Bedürfnisse der Kinder.
Für einen Urlaub mit Kindern sind Action und Abenteuer angesagt. Das Motto der Kinder heißt: Spiele, Spaß und Spielgefährten. Weiter unten auf dieser Seite haben wir einen Link, in dem Sie tolle Angebote der verschiedenen Orte finden.
Sich einmal so richtig in der freien Natur austoben, das Leben am Lande kennenlernen oder bei einem Lagerfeuer die untergehende Sonne beobachten sind nur einige Punkte aus dem bunten und kostenlosen Familienerlebnisprogramm!
Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg
Neben Mariazell und St. Wolfgang zählte die Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg im Spätmittelalter zu den meistbesuchten Wallfahrtsorten auf heute österreichischem Staatsgebiet. Als 1421 dreimal das aus der Pfarrkirche Tamsweg verschwundene Leonhardbild auf dem Schwarzenberg gefunden wurde, ist nach einer einsetzenden Wallfahrt und umfangreichen Spenden der Salzburger Baumeister Peter Harperger beauftragt worden, eine Kirche zu bauen. Am 20. September 1433 wurde diese vom Bischof Johann Ebser von Chiemsee geweiht. Als im Juli 1478 erste Türkenvorstöße den Lungau erreichten, wurde die Leonhardskirche mit einer Befestigungsanlage versehen.
Die Geschichte von St. Leonhard
1231 ist erstmals von einer Kirche in Tamsweg die Rede, damals noch als Pfarrfiliale von Mariapfarr. Aber schon 1246 deutet der Begriff "ecclesia" auf das Vorhandensein einer eigenen Pfarre Tamsweg hin, die ursprünglich wohl als Eigenkirche der Herren von Pettau (oder deren Vorgänger) anzusehen ist.
Mirakelbild von St. Leonhard: Heilung eines Blinden (17. Jh.). Wohl das älteste Bild der Tamsweger Pfarrkirche Archäologische Untersuchungen haben gezeigt, dass die damalige romanische Kirche am selben Fleck stand wie die heutige Pfarrkirche. Archidiakonate nannte man früher die Kirchenbezirke des Erzstiftes Salzburg. Südlich der Tauern stand diesen weltlich wie geistlich der Vizedom von Friesach vor, Archidiakone leiteten die Seelsorge der Kirchenbezirke.
Der Lungau muss entsprechend seiner weltlichen Zugehörigkeit Teil des Archidiakonats Oberkärnten gewesen sein. 1231 wurde er dem Archidiakonat Salzburg angeschlossen und bildete aufgrund seiner Abgeschiedenheit von der Bischofsresidenz ab dem späten Mittelalter ein eigenes Archidiakonalkommissariat. Seit 1670 befand sich dieses in Tamsweg und wurde 1804 nach der Auflösung des Fürsterzbistums zu einem Dekanat umgegliedert.
Auch als Wallfahrtsort erlangte Tamsweg eine zentrale Stellung im Lungau, ja sogar im gesamten Gebiet des heutigen Österreich. Als Ausgangspunkt ist eine Statue des Heiligen Leonhard in der Pfarrkirche anzusehen, die im Jahr 1421 wiederholt auf wundersame Weise verschwand und immer wieder an der selben Stelle "am Bühel" des Schwarzenberges südlich von Tamsweg aufgefunden wurde. Als zudem zahlreiche Mirakel und Wunderheilungen diesem Heiligen Leonhard von Tamsweg zugeschrieben wurden und rasch eine starke Wallfahrtsbewegung nach Tamsweg einsetzte, begann man mit dem Bau der spätgotischen Wallfahrtskirche.
Als Stütze für die 1433 geweihte Kirche und für die Wallfahrt entwickelte sich eine Corporis Christi und St. Leonhards - Bruderschaft, der bis zum Ende des 15. Jahrhunderts knapp 4800 Mitglieder angehörten, darunter nicht nur namhafte Bürger von Tamsweg, sondern auch Erzbischöfe und sogar Kaiser Friedrich III. Mit dieser Wallfahrt ging auch ein wirtschaftlicher Aufschwung des Marktes einher, der erst mit der Einäscherung Tamswegs während der Ungarnkriege und der darauffolgenden Reformation gestoppt wurde.

Erst im Barock erfolgte mit der Ansiedelung der Kapuziner in Tamsweg auch eine neue Blüte der Wallfahrt. Durch prächtige barocke Prozessionen und mit Hilfe der wiederbegründeten Bruderschaft festigten die Kapuziner die Gegenreformation.
Zu dieser Zeit, im ausgehenden 17. Jahrhundert, ist auch erstmals von einem Samson die Rede. Die Bruderschaft, die bis 1918 durchgehend mit mehr oder weniger hohem Mitgliederstand bestand, wurde 1989 wiederbelebt und existiert seither bis heute. Die Leonhardskirche zählt heute zu den schönsten spätgotischen Sakralbauten Österreichs.
Das Goldene Fenster der Wallfahrtskirche St. Leonhard
Als Besonderheiten gelten neben dem Bauwerk und der Lage der Kirche: Das "GOLDFENSTER", dessen Scheiben nur aus goldgelben und blauen Gläsern bestehen. Gestiftet vom Erzbischof Johann II. (1431-1442).
Das Fenster mit der APOSTELMÜHLE, einer symbolischen Darstellung der Vermittlung des Wort Gottes. Es wurde 1434 von Konrad Heltzler gestiftet. Zum ehemaligen Leonhardsaltar (1445) gehören die Tafeln mit der Leonhardslegende und den Kirchenvätern, die Pfeiler der hölzernen Orgelempore und die aufgestellte Statue des Heiligen Leonhard. Auch große Teile des ehemaligen Hochaltars sind noch vorhanden: Die reliefierten Tafelpaare (Innenseiten) und die zugehörigen gemalten Tafeln, deren Außenseiten mit Szenen aus dem Marienleben geschmückt sind. Im Aufsatz des Hochaltars befinden sich die Heiligen Leonhard und Jakobus. Eine Madonna mit Kind, ebenfalls vom gotischen Hochaltar steht an der nördlichen Langhauswand. Ein weiterer interessanter Punkt der Ausstattung befindet sich in einer der südlichen Kapellen: Hier steht ein dreisitziger Chorstuhl mit überaus reich geschnitzten Wangen, der dem um 1450 tätigen Meister Petrus Pistator zugeschrieben wird. Er zählt zu den frühesten intarsierten Arbeiten nördlich der Alpen. Am Leonhardsberg steht auch die Saukapelle, eine gotische Wegkapelle von 1430.
Panoramblick inklusive
Was gibt es Schöneres als beim Schwimmen und Saunen neue Kräfte zu tanken? Genießen Sie mit der ganzen Familie einen wohltuenden Badeplausch in der BadeInsel, die das ganze Jahr über ein beliebter Treffpunkt für Gäste und Freizeitfans ist. Für Sommerbadespaß bei jeder Altersgruppe sorgen das Sportbecken, der Sprungturm, ein Beachvolleyball Platz und die Minigolfanlage. Das extra Kinderbecken wird durch ein Sonnensegel geschützt. Rund um das Schwimmbecken finden sich für Sonnenanbeter wie für Schattenfreunde schöne Plätzchen.
Keine Langeweile
Ist es etwas kühler, weicht man in den Hallenbadbereich aus. Dort verwöhnt ein wohlig warmes Erlebnisbecken mit Massagedüsen, Wasserliegen, Wasserfall und Bodensprudel. Im zusätzlichen Sportbecken werden die Bahnen geschwommen. Kinderfreundliche Temperaturen, Minirutsche und lustige Wasserspukenden Figuren sorgen im flachen Wasserspielbereich für gute Badelaune bei den Kleinsten. Nervenkitzel hingegen verspricht die 80m lange Black-Hole Rutsche.
Der Samson
und seine beiden großköpfigen Zwergbegleiter sind der letzte Rest einstiger großer Fronleichnams-Schauumzüge, in denen Gestalten aus der biblischen Geschichte sowie Sagen- und Heldenfiguren mitgeführt wurden. Ihre Glanzzeit und größte Entfaltung hatten diese Umzüge im Zeitalter des Hochbarock.
Gegen Ende des 18.Jahrhunderts, als die Prozessionen zu lange währenden Schauspielen auszuarten drohten, wurden diese von der Kirche verboten. Das Volk trennte nun diese Umzüge von der kirchlichen Feier und seitdem wird der Samson am Abend des Vortages der Prozession und am Nachmittag des Prozessionstages umhergetragen.Weiters wird er auch zu besonderen Anlässen und beim Waldfest getragen.
Der Samson von Tamsweg ist seit 1635 dokumentarisch belegt. Vermutlich leitet sich die Riesenfigur von den wesentlich älteren mythischen oder symbolischen Riesengestalten ab, welche die europäischen Urvölker einst bei ihren kultischen Flurumgängen herumzutragen pflegten.
Der Samson von Tamsweg ist 6,2 m groß und wiegt 105 kg, er wird von einem Mann getragen, der das Gewicht der Figur mittels eines Gerüstes im Inneren des hohlen Körpers auf seinen Schultern geschickt zu balancieren weiß.
Besonders für die Kinder ist es ein imposanter Anblick, wenn er sich würdevoll durch die Gassen von Tamsweg bewegt und sich das Zwergenpaar um ihn dreht! Der Samson von Tamsweg kann das ganze Jahr über im Lungauer Heimatmuseum Tamsweg besichtigt werden.
Termine Samsonumzüge 2009:
* 10. Juni 2009 - 19:00 Uhr
* 13. Juni 2009 - 19:00 Uhr
* 25. Juli 2009 - 19:00 Uhr mit großem Österreichischen Zapfenstreich
* 26. Juli 2009 - 14:00 Uhr
* 02.August 2009 - 13:00 Uhr im Rahmen des Tamsweger Waldfestes
Alle Umzüge gehen vom Marktplatz Tamsweg aus.
"Die Vereinigten zu Tamsweg"
ist eine Bruderschaft, welche alle ihre Mitglieder zusammenführt und vereint, mit dem Ziel, alles zu tun, um das gegenseitige Verstehen zu fördern und zu wahren, Gott zu achten um dem Wohle unserer Heimat Tamsweg zu dienen".
So lautet ein Leitspruch der Vereinigten, die 1737 als Bruderschaft von drei Tamsweger Bürgern - vom Riemer Johann Georg Kopfmüller, dem Binder Jakob Ferner und dem Weißgerber Johann Josef Löcker - gegründet wurde.
Die Bestimmung war, alle jene Tamsweger Gewerbetreibenden, die zu keiner Tamsweger Handwerksinnung (Zunft) gehörten, zu vereinen und jeweils am ersten Dienstag nach Fronleichnam einen feierlichen Jahrtag abzuhalten. Dabei waren sowohl die Einverleibungsgebühr, das Auflagegeld und sonstige Verpflichtungen der Mitglieder besonders bei Beerdigungen von Mitbürgern genau geregelt. Die heute gültigen Statuten und Richtlinien der Gemeinschaft stammen im wesentlichen aus dem Jahr 1767 und wurden 1786 wiederum erneuert. Der Jahrtag wurde ab dieser Zeit auf einen "anderen schicklichen Tag", welcher heute meist in der 2. Hälfte des Monats Jänner fällt, verlegt.
War der ursprüngliche Zweck ein praktischer und religiöser, so gesellte sich zunehmend auch die Pflege der Geselligkeit hinzu. Wir finden heute während einer ganzen Woche im Jänner, in der die sogen. "Vereinigtenoktav" abgehalten wird, altes Brauchtum mit feierlichem Gottesdienst am Jahrtag, die alle drei Jahre stattfindende feierliche Einweihung eines neuen Kommissärs und den mit dieser Wahl verbundenen Festumzug, sowie strenge Regeln der Vereinigten und humorvolles Treiben eng miteinander verbunden.
Das Vereinigtenjahr beginnt am Neujahrtag mit dem "Andingen". Hier wird jedes 3. Jahr ein neuer Kommissär, der den Vereinigten über 3 Jahre hindurch vorsteht, gewählt und ferner der Ablauf der Vereinigtenoktav festgelegt.
Die Wahl des Kommissärs findet im feierlichen Rahmen statt.
Die Festwoche beginnt mit der sogenannten Vesper am Montagabend. Der eigentliche Jahrtag wird am Dienstag mit einem festlichen Gottesdienst und dem gemeinsamen Bruderschaftsmahl sowie anschließendem "Hausieren" und einem abendlichen Ball begangen. Am Mittwoch findet der sogenannte "Maschgera" statt, an dem sich verschiedenste Gruppen durch den Ort begeben und einstudierte Darbietungen zum Besten geben. Am Donnerstag wird der "gestrige Tag" gesucht. Am Freitag findet das sogenannte "Geldbeutel waschen" statt. Mit diesem Tage endet die Vereinigtenwoche.
Die Vereinigtenoktav endet am ersten Samstag in der Fastenzeit mit dem alljährlichen "Abroaten".
Die Vereinigten zu Tamsweg sind die älteste Bruderschaft Österreichs. Vor mehr als 250 Jahren gegründet, wird der Vereinigte nach althergebrachtem Ritual alljährlich abgehalten.
Das Wasserscheibenschießen am Prebersee
Jedes Jahr im August messen sich Schützen aus aller Welt an dem seit 1834 bekannten Preberseeschießen, bei dem die Kugel vom Wasser abprallt und dann ihr Ziel erreichen soll.
Ungefähr 120m beträgt die Entfernung des Schießstandes zu den Scheiben. Das Preberseewasser reflektiert wegen seines hohen physikalischen Gewichtes das Geschoss, das eine etwa 3cm tiefe Mulde in das Wasser drückt und als "Querschläger" oder "Geller" die Holzzielscheibe trifft.
Der Anfang
Es wird vermutet, dass bei der üblichen Entenjagd am Prebersee ein Jäger auf sein Opfer anlegte, stattdessen aber das Wasser traf. Von dem Effekt der abgellenden Kugel beeindruckt
und neugierig gemacht, wurde aus dem anfänglichen Herum-experimentieren das Preberseeschießen. Die erste bekannte Preberseescheibe stammt aus dem Jahre 1834 und ist heute im Heimatmuseum Tamsweg ausgestellt. Daraus läßt sich schließen, dass es seit dem Jahre 1834 das Preberschießen gibt.
Die Presse
Zum offiziellen Preberseeschießen ist, im Gegensatz zu den vereinsinternen Treffen, die zu besonderen Gelegenheiten wie Hochzeit oder runde Geburtstage für die Mitglieder veranstaltet werden, jeder Schütze willkommen. "Der Grundsatz der Schützengesellschaft ist, jedem Interessierten die Möglichkeit zu geben, das Preberseeschießen mitzuerleben, aber es trotzdem nicht für den Tourismus zu missbrauchen." 1934 im Rahmen des 100. Jubiläumsschießens wurde das Ereignis durch die Licht und Tonbild AG Selenophon in Wien für die Wochenschau zum ersten Mal gefilmt. Nach den wenigen fotografischen Verewigungen, bot sich mit dem Filmmaterial erstmals die Chance, den Geschoßeinschlag im Wasser genauer zu erforschen. Auch in verschiedenen Quizshows verblüffte das Preberseeschießen so manchen Fernsehzuschauer und Kandidaten.
Der Geller oder Querschläger
Das Wasser des Prebersees reflektiert das Geschoss, das eine etwa 3 cm tiefe Mulde ins Wasser drückt und mit etwas Glück und Geschick prallt der "Geller" oder "Querschläger" an die am Seeufer aufgestellte Scheibe. Bereits 1903 wurde in einer Dissertationsarbeit von Karl Ramsauer über den Rikoschettschuss und über die vielen physikalischen Zusammenspiele geforscht und nachgedacht. Eine wichtige Rolle spielt vermutlich das hohe physikalische Gewicht des Moorsees. Früher wurde mit Feuerstutzen und Rundkugeln geschossen. Heute werden beim traditionellen Preberseeschießen KK-Standard- und Sportgewehre, jedoch ohne Lochschaft und Armstütze benutzt. Der Feuerstutzen darf aus Sicherheitsgründen nur mehr für das direkte Zielen auf die Standscheibe genutzt werden. Für das Schießen auf die Wasserscheibe werden heute KK-Bleigeschosse verwendet.
Die Scheibe oder das erste dokumentierte Preberseeschießen
Heute wird auf 6 Wasserscheiben und 6 Standscheiben stehend frei gezielt. Die Schussdistanz von ungefähr 120 m hat sich zu früher nicht verändert; die Zielscheiben und deren Anzahl im Laufe der Zeit schon. Die erste bekannte Scheibe hatte einen Durchmesser von 80 cm, der in vier Kreisen mit je 9 cm, 18 cm, 27 cm und 36 cm Durchmesser eingeteilt ist. Aus Holz geschnitzte Lorbeeren umrahmen die Scheibe auf die der Preber und das Preberseeschießen dargestellt waren. Das Bild der ersten bekannten Preberseescheibe ist fast ein Protokoll des Ereignisses. Sie gibt Auskunft über die teilnehmenden Schützen, die namentlich in den seitlichen Lorbeeren aufgezählt werden. Ebenso wird die Jury, der Schützenschreiber und der Zieler, festgehalten. Die Inschrift dieser Scheibe aus 1834 lautet:" Zum Andenken an das merkwürdige Wasser Scheiben Schüssen welches Herr Franz Anton Winkler, bürgerl. Handelsmann in Tamsweg, den 4. November 1834 wegen der seltenen schönen Jahreszeit gegeben hat in Prebersee". Aber nicht nur die gute Stimmung und die Jahreszeit sind in der Scheibe verewigt. Anhand der Kugellöcher lässt sich konstruieren wie viele Schüsse an jenem Preberseeschießen gefeuert wurden (der damalige Zieler nummerierte 68 Schüsse), wie viele getroffen haben (42 Einschläge) und die sich daraus ergebenden 26 Fehlschüsse. Heute haben die Holzzielscheiben einen Durchmesser von 22,5 cm und sind von einem 90 cm x 100 cm großen Rahmen umgeben. Das Zentrum der Scheibe befindet sich 90 cm über dem Wasserspiegel. Mit einem Tiefschuss aus 150 cm versuchen bis zu 150 Schützen, die aus aller Welt anreisen, ihr Glück.
Treffer
Bei ruhigem Wetter stehen die Chancen für viele exakte Treffer gut. Es werden nur die "Blättchen" (Treffer) gewertet und so haben auch Ungeübte oft das Glück unter den Preisträgern zu sein. Im Gegensatz zu heute ist das Werten der Treffer früher richtig spannend und unterhaltsam gewesen. Denn war der Schuss erst einmal abgefeuert, dann wurde ein so genannter "Zieler" verständigt, der dann meist kostümiert aus seiner Deckung sprang und den Einschlag auf der Scheibe suchte. War kein Treffer zu finden, dann zeigte der Zieler begleitet von lustigen Gebärden mit einem Zielerlöffel, auch Zielerrute genannt, den Fehlschuss an. Wurde aber getroffen, dann wurde mit der Zielerrute die Entfernung zum Zentrum vermessen. Je nach dem wie oft der Zielerlöffel dazwischen passte, machte der Zieler dann die gleiche Zahl Purzelbäume oder Luftsprünge. Lag der Schuss genau im Zentrum, ritt der Zieler auf einem Steckenpferd um die Scheibe herum, was oftmals mit einem Sprung in den See endete.
Das Zielen
Ungefähr 120 m beträgt die Entfernung des Schießstandes zu den Scheiben, die am Ufer des Sees so aufgestellt werden, dass auf das Spiegelbild im Wasser gezielt und geschossen werden kann. So einfach das klingt, es ist ein schwieriges und mit Glück behaftetes Unterfangen, ins Schwarze zu treffen. Die Schützen müssen die teils willkürliche Bewegung des Wassers berücksichtigen. Dazu suchen sie sich einen Zielpunkt in einem gewissen Abstand von der Originalscheibe oder der Uferlinie. Ein typischer Schießfehler unterläuft den Schützen leicht, durch das Umkehren des Zieles im Spiegelbild.
Die Briefmarke
Die Preberseeschützen gehören keinem Dachverband an. Sie stehen finanziell auf eigenen Beinen und sind daher auf Unterstützung angewiesen oder müssen bei Bedarf über ihren eigenen Schatten springen und das Preberseeschießen vermarkten. Eine großzügige Gönnerin des Preberseeschießens war die Gräfin Szapary, die das Schützen- und Jagdwesen im Lungau sehr unterstützte. 2001 wurde den Preberseeschützen zu Ehren eine Sonderbriefmarke in der Serie "Volksbrauchtum und volkskundliche Kostbarkeiten" gewidmet.
Sagenhafter Murradweg
Entlang von Mur und Bahn führt der Weg von Tamsweg nach Ramingstein über eine schöne, überdachte Holzbrücke weiter vorbei an originellen Radwegstationen und geschnitzten Sagenrelieftafeln.
Entlang des Murradweges gibt es eine reichhaltige Sagenwelt. Die einzelnen Relieftafeln befinden sich an dem Standort wo die jeweilige Sage sich zugetragen hat bzw. von wo aus der Schauplatz zu sehen ist.
Die Radwegstationen sind nicht nur Schutz und Rastplatz. Wissenswertes zum Thema Holz und Wald wird in den einzelnen Stationen präsentiert.
Tafel 1: Der Teufel als Liebhaber
Ein unterhaltsamer Teufel, als fideler Bauernbursch verkleidet, versucht das Herz einer naiven Bauerntochter zu erobern.
Es kommt aber anders als erwartet.
Tafel 2: Die Kasmandlmilch
Der vorlaute Knecht muss für seinen Übermut bezahlen. Das Kasmandl überreicht ihm eine grausliche Kost.
Tafel 3: Hogglgoaß
Die Hogglgoaß mit ihren großen Spiegelaugen lauert gerne unter Haselstauden am Roa.
Tafel 4: Satan und der Wolf
Der Pfleger zu Tamsweg nimmt an einer Wolfsjagd teil. Ein riesiges Tier überrascht ihn und er schwört den Leibhaftigen darin gesehen zu haben.
Tafel 5: Das Überreitergrab
Der Beamte erwischt zwei Burschen beim Salzschmuggeln. Es kommt zu einem wilden Streit mit tragischem Ausgang.
Tafel 6: Die Bergmännlein verlassen die Burg Finstergrün
Eine böse Vorahnung treibt die Bergmännlein aus der Burg. Kurz darauf bricht ein bitteres Unglück über das ganze untere Lungauer Murtal herein.
Tipp
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